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Tannenhäher – ein Steckbrief:

Wussten Sie, dass der Tannenhäher nicht nur ein echtes Superhirn besitzt, sondern auch als kostenloser Förster in unseren Wäldern fungiert? Der Tannenhäher spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung und Verjüngung der Zirbenbestände in den Alpen. Hier ein kurzer Steckbrief: 

TANNENHÄHER

Ein kurzer Steckbrief

Name: Tannenhäher (Nucifraga caryocatactes)

Tierfamilie: Federwild, Baumvögel, Rabenvögel

Größe: ca. 35 cm

Gewicht: bis 170 g

Paarungszeit / Brutzeit: April bis Juli

Brutdauer: 18-21 Tage

Eier / Gelege: 1 Gelege mit 3-4 Eier

Alter: bis zu 15 Jahre

Welche Eigenschaften zeichnen Rabenvögel
und damit auch den Tannenhäher aus?

  • Rabenvögel gehören zu den Singvögeln
  • Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht (= kein Sexualdimorphismus)
  • große Anpassungsfähigkeit
  • hoch organisiertes Sozialleben und Intelligenz
  • erreichen ein hohes Alter (viel Zeit, um zu lernen und Wissen weiterzugeben)
  • gehen häufig auf Boden und haben somit kräftige Beine
  • Rabenvögel sind Allesfresser

Achtung Verwechslungsgefahr:
wie sieht ein Tannenhäher aus?

Mit 32 bis 35 Zentimetern Körperlänge ist der Tannenhäher so groß wie der Eichelhäher.

Das Gefieder des Tannenhähers ist schokoladenfärbig und mit vielen weißen Tropfen versehen. Auffällig ist der große, dunkle, ziemlich lange Schnabel. Auf dem Kopf trägt er ein braunes Käppchen und auch seine oberen Schwanzfedern sind dunkel gefärbt, wohingegen die Spitzen auffällig weiß sind. Im Flug fällt der weiße Unterstoß auf. Aus der Ferne betrachtet, verschwimmen die Farben des Gefieders zu einem Graubraun, weswegen der Vogel gut getarnt ist.

Der Tannenhäher könnte aufgrund seiner auffälligen, hell getupften Federfärbung leicht mit einem Star verwechselt werden, der jedoch deutlich kleiner ist, glänzend schwarz schimmert und einen gelben Schnabel besitzt.

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Star

Wo lebt der Tannenhäher?

 

Der Tannenhäher bewohnt vorwiegend ausgedehnte Nadelwälder und nadelholzreiche Mischwälder und ist bis zur Pazifikküste verbreitet. In Österreich zählt er zu den weit verbreiteten Brutvögeln der Hochlagen. Neben den Alpen ist er auch im Wald- und Mühlviertel anzutreffen. Besonders schätzt er Misch- und Nadelwälder mit einem hohen Anteil an Fichten und Zirben. Da er Samen versteckt, bevorzugt er Gegenden mit lockerem Boden, wo er sie verstecken kann.

Sozialverhalten:
Das Nest des Tannenhähers wird in einem windgeschützten Bereich eines dichten Nadelbaums gebaut und oft mit Flechten isoliert. Bereits ab Mitte März beginnt die Brutzeit, da die Jungvögel bis spätestens Anfang September Vorräte anlegen müssen, um den Winter zu überstehen. Nachdem sie im Mai das Nest verlassen, dauert es mindestens zwei Monate, bis sie selbstständig sind. Ab August ernten sie Zirbensamen und Haselnüsse, die oft über Distanzen von bis zu 12 km transportiert und vergraben werden.

Der markante, metallisch klingende Ruf des Tannenhähers („grrreeeh“) ist besonders im Vorfrühling und Sommer zu hören. Wird der Vogel aufgeregt, etwa durch einen Feind, ruft er schneller hintereinander. Auch andere Tiere des Waldes nehmen dieses Signal wahr und werden so vor möglichen Gefahren gewarnt.

Was frisst der Tannenhäher?

Der Tannenhäher ernährt sich vor allem von Sämereien, insbesondere von den Samen der Zirbe und Haselnüssen.

Um auch im Winter ausreichend Nahrung zu haben, legt er Vorratskammern an – ein Verhalten, das nur der Tannenhäher und der Eichelhäher in Europa zeigen. Die Vorräte sichern ihm nicht nur das Überleben im Winter, sondern auch die Aufzucht der Jungen im kommenden Jahr. Zirbensamen knackt er im Schnabel, während Haselnüsse mit kräftigen Schnabelhieben gespalten werden. Ergänzt wird seine Nahrung durch andere Samen, Beeren und im Frühling durch Insekten und gelegentlich kleine Wirbeltiere.

Besonderheiten & Spitznamen

„Der gefiederte Förster“
Der Tannenhäher legt jedes Jahr bis zu 6.000 Vorratsverstecke an, die ihn von Spätsommer bis zum nächsten Sommer mit Nahrung versorgen. Dank seines außergewöhnlichen Gedächtnisses, findet er etwa 80 % dieser Verstecke wieder, sogar unter einer dicken Schneedecke – eine beeindruckende Leistung. Dabei bleiben oft genug Samen übrig, die im Frühjahr zu jungen Zirbenpflanzen heranwachsen können. So trägt der Tannenhäher maßgeblich zur Verbreitung und Verjüngung der Zirbenbestände in den Alpen bei. Ohne ihn wäre eine natürliche Verbreitung der schweren Zirbensamen kaum möglich.

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Bildquellen für diesen Beitrag: © Pixabay | © Canva
Autor für diesen Beitrag: V. Toff / Jagdfakten.at

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